Helfen statt gaffen

Gerade habe ich bei n-tv eine Dokumentation gesehen (auch in der Mediathek verfügbar). Darin ging es um die zunehmenden Probleme, die Gaffer bei Rettungseinsätzen der Polizei und Feuerwehr verursachen. Das Problem, dass immer mehr Menschen fotografieren und filmen statt verunglückten Menschen zu helfen, ist nicht neu, wurde aber in dem Beitrag deutlich dargestellt und besprochen.

Blaulicht

Bei Blaulicht-Einsätzen muss man die Profis durch vernünftiges Verhalten unterstützen und nicht durch Gaffen stören.

Die Sensationslust steckt tief in den Menschen. Wir wollen dabei sein, wenn etwas Besonderes passiert, und keine spektakuläre Geschichte verpassen. Das war schon immer so und wird wohl auch so bleiben. Bei den meisten Menschen sorgt aber die Vernunft für gewisse Grenzen. Wir sehen uns zur Unterhaltung Krimis und Horrorfilmen an, lesen entsprechende Romane. Doch in der Realität haben wir Respekt vor Menschen in Not und versuchen zu helfen.

Letzteres vergessen leider immer mehr Menschen. Diese verantwortungslosen Menschen kommen an einen Unfallort, zücken ihr Smartphone und machen Fotos oder Videos, die sie bei Facebook und Co verbreiten. Damit verhalten sie sich nicht nur respektlos. Sie sind auch nicht als Ersthelfer tätig und behindern mit ihrem Gedränge die Profis von Polizei, Feuerwehr und der medizinischen Hilfe bei der Arbeit. Durch das Verdrängen von Gaffer bescheren sie den Einsatzkräften zusätzliche Arbeit. Das ist nicht nur ein Aufreger-Thema. Gaffer machen sich wegen unterlassener Hilfeleistung strafbar.

Dabei ist es nicht nur wichtig, sondern auch einfach, als Zeuge eines Unfalls den verunglückten Menschen zu helfen.

  • Man kann sein Handy zum Beispiel statt zum Fotografieren zum Notruf nutzen.
  • Man kann andere Menschen in der Nähe um Unterstützung bitten, um den Zuschauereffekt zu verhindern.
  • Man kann Erste Hilfe leisten, um das Leben anderer Menschen zu retten oder die Folge von Verletzungen zu verringern.

Natürlich kann nicht jeder alles tun. Aber jeder kann im Rahmen seiner Möglichkeiten seinen Beitrag leisten.

Das Berichten über Unfälle in Bild, Ton und Text überlassen wir besser den Journalisten, die in Kontakt mit der Polizei stehen und seriös arbeiten. Außerdem gibt es zu den meisten Unfällen und anderen Einsätzen eigene Berichte aus den Pressestellen von Polizei und Feuerwehr, zum Beispiel auf dem Presseportal. Jeder kann sich also informieren, ohne die lebenswichtigen Einsätze der Rettungskräfte zu stören.