Erkenntnisse aus der Corona-Zeit – ein Brainstorming

In der Corona-Zeit gibt es zahlreiche neue Erkenntnisse oder Dinge, die plötzlich wieder interessant oder wichtig werden. Nachdem ich zuletzt eine Kurzgeschichte zu Corona geschrieben habe, gibt es nun mal eine ungeordnete Liste. Ich habe mal ein Brainstorming gemacht und aufgeschrieben, was sich in den letzten Wochen so angesammelt hat. Die folgenden Punkte habe ich bewusst nicht thematisch geordnet. Außerdem sagt die Reihenfolge nichts über die Wichtigkeit aus. Es ist eben einfach mal eine Liste, die ich um weitere Erkenntnisse erweitere (letztes Update: 6. Mai 2020).

Die erste Liste

  • Die Bedeutung von Krankenpflegern und anderen wichtigen Berufen wird ebenso deutlich wie ihre zu schlechten Arbeitsbedingungen und Bezahlung.
  • Männer mit einfacher Kurzhaarfrisur können sich die Haare mit einer Schere auch selbst abschneiden, aber die Mitarbeiter im Friseursalon können das eindeutig besser.
  • Wenn man befürchtet, dass man sich langweilen könnte, erkennt man, womit man sich alles beschäftigen kann.
  • Kommunikation geht auch anders; plötzlich benutzen alle Menschen Videochats und ähnliche Anwendungen.
  • Fitnesstraining zu Hause mit einfachen Mitteln erfreut sich großer Beliebtheit.
  • Home Office ist nicht nur was für wenige Arbeitnehmer, sondern für viele Menschen möglich.
  • Wir können sehr kreativ und flexibel sein, wenn wir wollen (beispielsweise bei Firmen, die plötzlich auf Masken oder Desinfektionsmittel umstellen).
  • Wir hinterfragen, was wirklich wichtig ist.
  • Von heute auf morgen sind alle Themen, über die wir gerade noch ausführlich gesprochen haben, aus der öffentlichen Aufmerksamkeit verschwunden.
  • Die einen fragen, ob die Virologen Deutschland regieren, die anderen sehen die echten Politiker so aktiv wie selten zuvor.
  • Wir müssen nicht nur Zahlen und Nachrichten von Behörden verfolgen, sondern auch die Inhalte hinterfragen und die Folgen analysieren.
  • Fernsehshows ohne Publikum sind möglich, aber nicht jede spontane Idee der Fernsehmacher ist gut.
  • Wir waschen uns bewusst die Hände.
  • Silbermond bringt es mal wieder auf den Punkt: Machen wir das Beste draus!
  • Erklären und die Frage nach dem Warum sind nicht nur bei Maßnahmen zum Coronavirus wichtig.
  • Wir dürfen Themen abseits von Corona nicht vergessen, z.B. den Klimaschutz und die Flüchtlinge.
  • „Social distancing“ ist ein bescheuertes Wort, „systemrelevant“ ebenfalls.
  • Bei einem neuen Thema wie dem Coronavirus sind sich selbst die Experten nicht einig.
  • Eine Sportsaison ohne Meister ist unvollständig, aber möglich.
  • Unser Wortschatz hat sich schlagartig erweitert.
  • Der Satz „Prognosen sind schwierig, vor allem wenn sie die Zukunft betreffen“ war selten so zutreffend wie in dieser Corona-Zeit.
  • Die Ungewissheit streitet sich bezüglich der Zukunft mit der Hoffnung.
  • Masken waren bisher nur was für Karnevalisten, Japaner, bestimmte Berufsgruppen und Bankräuber.
  • „Bleib gesund“ ist das neue MfG.
  • Corona ist auch eine Heilige.
  • Auch Nicht-Mathematiker beschäftigen sich derzeit täglich mit Zahlen.
  • „Traue keiner Statistik, die du nicht selbst gefälscht hast“ ist auch so ein wichtiger Satz.
  • Klopapier ist überall präsent, aber vorübergehend nirgendwo zu bekommen.
  • Die Politik will ein Virus mit einer App bekämpfen.
  • Wenn es in der Krise fehlt, merken wir, wer und was für uns wichtig ist.
  • Ein Besuch im Supermarkt oder der Postfiliale wird zum Abenteuer.
  • Es gibt so viele historische Vergleiche („gab es noch nie“, „zum ersten Mal seit sehr langer Zeit“) wie selten zuvor.
  • Wenn wir gerade keine aktuellen Berichte lesen, lesen wir Berichte über die Spanische Grippe, die mittelalterliche Pest o.ä.
  • Wir lernen, dass Zoonosen durch die Zerstörung des Regenwalds, Märkte mit wilden Tieren und Massentierhaltung immer gefährlicher werden.
  • Filme wie 28 Days Later nehmen wir gerade mit anderen Augen wahr.
  • Es gibt soviel Neues, dass man eine Liste der Neuigkeiten schreibt.

Ergänzungen am 3. Mai 2020

  • Die Grenze zwischen kleinen und großen Geschäften liegt bei einer Verkaufsfläche von 800 m².
  • Corona-Updates werden irgendwann zur Routine.
  • Ein Schal im Gesicht ist vor allem bei sommerlichen Temperaturen als Maske ungeeignet. Zum Glück gibt es mittlerweile viele Menschen, die die üblichen Mund-Nasen-Schutzmasken nähen.
  • R < 1 ist das Ziel.
  • Bei den Kontaktbeschränkungen sprechen viele Menschen über eingeschränkte Freiheit. Aber was bedeutet Freiheit eigentlich?
  • Wenn man überlegt, wie man die Zeit ohne Veranstaltungen etc. füllen kann, fallen einem plötzlich so viele Dinge ein, dass man kaum Zeit hat, um alles zu erledigen.
  • Vor allem Politiker müssen viel mehr erklären, damit aus der Kommunikation der Krise keine Krise der Kommunikation wird.
  • Die Corona-Krise könnte dem Tourismus in der Heimat nutzen, wenn Gastronomie und Hotelbetrieb wieder erlaubt werden, weil mehr Menschen sich mit der näheren Umgebung beschäftigen.

Ergänzungen am 6. Mai 2020

  • Millionäre, die mit erfolgreichsten Lobbyisten zusammenarbeiten und sich trotz Kontaktverbot abklatschen, dürfen unter dem Vorwand von Geisterspielen Großveranstaltungen durchführen. Sagen jedenfalls deutsche Politiker.
  • 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern in sieben Tagen ist die neue Corona-Mathematik. Wieder so eine willkürliche Grenze wie bei den 800 m².
  • Wenn die Bundesregierung keine Lust mehr auf Krisenmanagement hat, gibt sie den Ländern die Schuld – oder zumindest die Verantwortung.
  • Kann man in diesen Zeiten jemandem ein ansteckendes Lächeln bescheinigen?